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Zügig umsetzen
 

VON FRANK SCHWAIBOLD
 
Und es geht also doch! Noch im November des vergangenen Jahres hieß es im Stuttgarter Verkehrsministerium, dass die kostenlose Fahrrad-Mitnahme in den Nahverkehrszügen nicht möglich ist. Schuld daran sei die Bahnindustrie, denn die habe es versäumt, bei Regioshuttles und Doppelstockwagen auch an Abstellplätze für Räder zu denken. Die Züge nachträglich umzurüsten werde viel zu teuer.

Glücklicherweise hat sich der baden-würtembergische Verkehrsminister Ulrich Müller (CDU) von diesem Schwarzen-Peter-Spiel wieder verabschiedet. Denn das Nachbarland Rheinland-Pfalz hatte längst das Gegenteil bewiesen. Dort dürfen Räder ab 9 Uhr kostenlos transportiert werden - mit durchschlagendem Erfolg: Die Zahl der Fahrgäste mit Rad ist im benachbarten Bundesland um 30 Prozent gestiegen. Kein Wunder, denn in den Drahteseln steckt eigentlich ein enormes Potenzial - die Verkehrspolitiker müssen es nur durch entsprechende Angebote auch richtig ausschöpfen. Jede zweite Wegstrecke, die zurückgelegt wird, ist kürzer als fünf Kilometer - und somit eigentlich bestens fürs Rad geeignet. Immerhin wird bereits heute schon jeder zehnte Weg mit ihm bewältigt. Gerade für den Weg von zu Hause oder von der Arbeitsstätte zum Bahnhof bietet es sich also an.

Nun sind die Landkreise und der Verband Region Stuttgart am Zug. Die politischen Mandatsträger müssen gemeinsam mit ihren Verkehrsverbünden vor Ort dafür sorgen, dass die Fahrräder spätestens zur Sommersaison gratis befördert werden können. Aus dem Verkehrschaos heraus führen viele Wege - der kostenlose Fahrradtransport in den Nahverkehrszügen gehört ebenfalls dazu.