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Verstopfte Stadt

Die Stadt Leonberg und ihr Autoverkehr. Das ist eine endlose Geschichte - mit ungewissem Ausgang. Verkehrsplaner zerbrechen sich die Köpfe, Arbeitskreise tagen und Bürgerinitiativen bringen sich ein. Es gibt ein Gesamtkonzept, das Fußgänger, Radler und motorisierten Verkehr integriert - den Verkehrsentwicklungsplan. Dennoch: Der Autoverkehr steigt weiter an. Jetzt auch in den Wohngebieten, wo die quälende Parkplatzsuche für viele Fahrzeughalter meistens ein Ende hat - zum Ärger der Anwohner und des Ordnungsamtes.

Die neueste Mängelliste des Vereins Sicherer Schulweg ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie unsicher sich viele Leonberger in ihrer eigenen Stadt fühlen. Man kann zur Kritik des Vereins stehen, wie man will: Er offenbart Schwachstellen im städtischen Verkehr. Er zeigt aber auch, dass sich einige Verkehrsteilnehmer rücksichtslos verhalten. Wer in der Nähe von Schulen oder Kindergärten aufs Gaspedal drückt, sollte eigentlich gleich seinen Führerschein abliefern. Doch wer will die totale Verkehrskontrolle, wer kann sie bezahlen?

Besonders Schüler und alte Menschen sind auf ein funktionierendes sicheres Geh- und Radwegenetz angewiesen. Dies fehlt immer noch in der Stadt. Es gibt einfach zu viele Lücken, wie am Neuköllner Platz, wo die Radfahrer notgedrungen auf Gehwegen fahren müssen. Die Arbeitsgruppe Radverkehr muss schnell in die Gänge kommen, um dem Gemeinderat gute Vorschläge zu unterbreiten. Ideen lagen bereits bei der Bürgerbeteiligung zum Verkehrsplan vor. Nur müssen sie endlich umgesetzt werden - dies entscheidet der Gemeinderat.

Im Rathaus hat man die Probleme erkannt. Das zeigt die Absicht, die Römerstraße so umzugestalten, dass dem unwirtlichen Stadtkern wieder Leben eingehaucht wird. Dies wäre auch im Sinne der vielen Fußgänger und Fahrradfahrer.