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Bei der Schlussetappe der Deutschland Tour durch den Altkreis ziehen die Radprofis die Zuschauer in ihren Bann

Ein faszinierendes Momentereignis begeistert Fans

Ein Sportereignis der Extraklasse. Mehrere zehntausend Zuschauer säumten am gestrigen Pfingstmontag bei idealen Radbedingungen die Straßen, als die Deutschland Tour quer durch Baden-Württemberg rollte. In Sekundenschnelle ging's auch durch den Altkreis Leonberg.

Merklingen

Für die Merklinger lag der Zeitplan der Deutschland Tour genau richtig. Nachdem die Jedermann-Radler gebührend angefeuert wurden, gab es um 13 Uhr Mittagessen. Und wer nicht allzu viel Nachschlag nahm, kam pünktlich zur Durchfahrt der Werbekolonne. Dann ging alles ganz schnell. 14.28 Uhr rauscht die Ausreißergruppe des Tages am Steinhaus vorbei. Thomas Liese vom Team Nürnberger liegt an der Spitze. Rad an Rad folgen Kurt-Asle Arvesen (Fakta), Ronny Scholz (Gerolsteiner), Nicolay Bo Larsen (World Online) und Elio Aggiano (Mapei). Kurze Verschnaufpause. Ein paar Teamwagen und Polizeimotorräder passieren. Nach zwei Minuten recken die Zuschauer 100 Meter weiter vorne schon wieder die Arme, die Rätschen lärmen und der Jubel hebt an. Jetzt rast das Feld aus Richtung Weil der Stadt kommend heran. Ein magentafarbenes Band führt den engen Pulk an. Die Trikotnummer des Fahrers an der Feldspitze: 22, Andreas Klöden (Telekom). Die beiden Schnellsten der Schlussetappe, Erik Zabel (Telekom) und Sven Teutenberg (Festina), verlieren sich in diesem Moment im Gewirr aus Speichen und Körpern genauso wie der spätere Gesamtsieger, Alexander Vinokurov (Telekom). Um 14.31 Uhr ist die Deutschland Tour 2001 für Merklingen Vergangenheit. Jörg Braun

Hausen

Um 14.33 Uhr gelangt das Ausreißerfeld auf der Hausener Würmbrücke an. Rund 150 Zuschauer engen den Weg über die ohnehin schon schmale Brücke zusätzlich ein. Für das Fünferfeld noch kein Problem. Auch in diesem beschaulichen Örtchen macht der Deutsche Thomas Liese, gefolgt von Kurt- Asle Arvesen und Ronny Scholz, dem Dänen Nicolay Bo Larson, und Elio Aggiano das Tempo. Nur knapp zwei Minuten später kommt das Hauptfeld. Die Fahrer müssen schon sehr konzentriert sein, um nicht das kleine Brückenmäuerchen zu touchieren. Doch als der Begleittross samt Polizei und Organisationsfahrzeugen die Würm überqueren will, staut dieser sich bis zum Schritttempo. Für die vielen Schaulustigen ein wenig Zeit, sich das ganze Treiben etwas genauer anzusehen. Doch selbst diese Verzögerung lässt den kurzen Besuch aller Fahrer und Helfer nicht mehr als fünfeinhalb Minuten dauern. Was immerhin deutlich länger dauert als an den folgenden Stationen der Tour. Patrick Dembski

Heimsheim

Mit hohem Tempo passieren die 106 im Feld verbliebenen Fahrer wenig später die von den begeisterten Zuschauern dicht gesäumten Straßen in Heimsheim. Am Steinbruch zwischen Heimsheim und Perouse wartet auf die Radprofis ein letzter "giftiger'' Anstieg mit über 80 Höhenmetern, bevor es über Rutesheim und Leonberg Richtung Ziel in Stuttgart geht. Nach 93 Kilometern hat die Spitzengruppe in Heimsheim drei Minuten und 18 Sekunden Vorsprung, meldet Radio Tour.

Rutesheim

Das Tempo an der Spitze und im Feld ist unvermindert hoch, der Schnitt liegt bei über 44 Kilometern in der Stunde. Um 14.42 Uhr erreicht das Quintett der fünf Ausreißer Rutesheim. Drei Minuten später fliegt das Hauptfeld heran, angeführt von den Fahrern des Team Telekom. Sie wollen die Fluchtgruppe noch rechtzeitig vor dem Ziel stellen, um ihren Sprinter Erik Zabel, der später seine dritte Etappe bei dieser Deutschland Tour gewinnt, in Position zu bringen. Steffen Rometsch

Leonberg

Begeistert feuern in Leonberg die Zuschauer an den Strecken bereits die Jedermänner an, die ab 12.40 Uhr durch die Straßen sausen. Noch mehr tobt der Bär, als die Profis um 14.50 Uhr im Eiltempo die Stadt erreichen. Mehrere tausend Radsportbegeisterte säumen die Straße. Vor allem vor dem Neuen Rathaus gibt's kaum ein Durchkommen. Hier findet neben Rutesheim die zweite Sprintwertung im Altkreis Leonberg statt, die allerdings nicht zum Gesamtklassement gerechnet werden. Die Stimmung ist bestens, als sich unverändert das Fünferfeld nähert. Im Nu sind sie vorbei, biegen in die Eltinger Straße ein. In Leonberg können sie ihren Vorsprung noch halten. Das Hauptfeld rollt drei Minuten später an. Kaum ist das Rennen vorbei, löst sich die Zuschauermenge auf. Ein Sportereignis der Extraklasse - und ein kurzes zugleich. Nathalie Mainka