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Mit dem Fahrrad durch die "Kleine Toskana''

LEONBERG - "Das ist fast wie eine Fahrt durch die Toskana!'' Mit dem begeisterten Ausruf eines Radl-Mitglieds angesichts der Schönheiten des Dickenbergs und des Betzenbuckels war der Name der vierten Radtour der Lokalen-Agenda-Gruppe geboren - "Kleine Toskana''.

Von Arnold Einholz

In das Heckengäu führt die Radtour "Kleine Toskana'', die Alfred Rösner und Axel Salden von der Radl-Gruppe der Lokalen Agenda 21 zusammengestellt haben. Der neue Tourenplan wird im Laufe des Montags in den Leonberger Rathäusern und in den Ortschaftsverwaltungen ausgelegt.

Über eine Strecke von 46 Kilometern führt die Tour ab dem S-Bahnhof Leonberg ins idyllische Heckengäu abseits viel befahrener Autostraßen. Sie führt über Gebersheim zum Ettlesberg nach Weissach-Flacht -Dickenberg-Heimsheim-Betzenbuckel- Mühlhausen-Merklingen und zurück nach Leonberg.

Rund 60 Prozent der Strecke ist asphaltiert. Der Rest sind befestigte, geschotterte Feld- und Waldwege. In dem hügeligen Gelände muss mit einigen Steigungen gerechnet werden. Einkehrmöglichkeiten bestehen in den Gemeinden entlang der Route sowie im Landgasthof Merklingen hinter der Kirchenburg. Die Tour kann auch abgekürzt werden: vom Ettlesberg direkt nach Flacht oder von Heimsheim Richtung Hausen zum Würmtalradweg.

Nur kurz führt der Weg durch das Höfinger Täle an der Felsensägmühle und den Hauerlöchern vorbei, denn durch die Eisenbahnunterführung geht es in Richtung Gebersheim. Am Kinderspielplatz vorbei geht es zum Ettlesberg bei Flacht. Seinen Reiz macht die Lindenallee aus, die zwar von "Lothar'' zersaust, aber inzwischen neu bepflanzt wurde.

An Weissach und Flacht vorbei ist der Dickenberg das nächste herausragende Tourenziel. Eine typische Landschaft im Heckengäu sind die Wacholderheiden. Sie sind für seltene Pflanzen und Tierarten nicht ersetzbar. Nur über eine dauerhafte Beweidung mit Schafen können sie erhalten werden. Sie sind auch der Lebensraum für viele Singvogelarten.

Nach einem Abstecher zum Schleglerschloss in Heimsheim führt die Route zu einem weiteren Naturschutzgebiet - dem Betzenbuckel. Auch hier dominieren die typischen Wacholderheiden. Wasserarmut und karge Böden bestimmen die Pflanzendecke, die meist aus artenreichen Halbtrockenrasen besteht. Die Ortsgruppe Heimsheim des Bund kümmert sich um das Schutzgebiet und veranstaltet Führungen. Als Kontaktadresse gilt Martin Häcker, Ziegelwiesen 3 in 71296 Heimsheim, 0 70 33/3 39 70.

Der richtige Ort um einzukehren, meinen die Mitglieder der Radl-Gruppe, sei der 1610 erbaute Landgasthof Merklingen. Dieser befindet sich in der Nachbarschaft, eine Burg der besonderen Art. Sie ist eine der größten Wehrkirchenanlagen Württembergs. Der Ort samt Kirchenburg und der heute Steinhaus genannten ehemaligen Burg gehörte noch im 16. Jahrhundert zum Kloster Herrenalb.Durch die Wälder zwischen Heimsheim, Malmsheim und Rutesheim geht es zurück nach Leonberg.