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Der Kreis soll am Sonntag ins Rollen kommen

BÖBLINGEN - Im letzten Jahr ist Bernhard Maier ganz schön nass geworden bei der Fahrradtour durch den Kreis. In strömendem Regen radelten die Teilnehmer der Sternfahrt auf ihr Böblinger Ziel zu und standen am Ende ratlos da: Kein kühles Radler wartete auf die schweißnassen Radler und keine rote Wurst. Die Organisation wies Mängel auf. Jetzt soll alles besser werden.

Von Sybille Schurr

Damals hat sich der Renninger Bürgermeister, der heute Landrat ist, vorgenommen: Die nächste Kreis-Rad-Rundfahrt muss anders werden.

Aus der Rad-Rundfahrt, an der sich im letzten Jahr nicht mehr als 200 Radfahrer beteiligt haben, soll ein Aktionstag werden. Das Motto "Mobil ohne Auto''. Am Sonntag, 17. Juni, soll der Kreis ins Rollen kommen und möglichst auf zwei Rädern, ohne Motor. Die Botschaft: Im Autokreis Böblingen gibt es auch noch andere Möglichkeiten der mobilen Freizeitgestaltung.

"Man muss sich nicht auch noch in der Freizeit hinters Steuer setzen'', sagt Landrat Maier, er selbst wird am Sonntag mit gutem Beispiel vorangehen und sich aufs Fahrrad schwingen, in Malmsheim starten, sich der Renninger Radler-Truppe anschließen und nach Ehningen radeln.

Ehningen (im Hof der Bäckerei Sehne) ist zentraler (bewirtschafteter) Treffpunkt für die Radler aus dem ganzen Kreis. Von da aus geht es hinein ins landschaftlich reizvolle Maurener Tal. Von 9 bis 18 Uhr ist die kurvenreiche Straße durch das Tal gesperrt. Den ganzen Tag über finden hier alle möglichen Aktionen statt für Radler, für Inline- Skater und - sogar - für Wanderer oder ganz einfache Fußgänger.

Der Landrat hofft auf ideales Radler- Wetter, denn dann kommt der Kreis ganz bestimmt richtig ins Rollen. Einige tausend Aktivisten der alternativen Fortbewegung erwartet der ehemalige Radsportler Hans Lutz, der vor einigen Jahren schon die ersten Kreisradfahrten organisiert hat zusammen mit den 18 Radsportvereinen im Kreis. "Sport findet nicht nur im Fernsehen statt'', meint der Radsportler und ermuntert zur sportlichen Freizeitbetätigung. Aus gesundheitlichen Gründen unverzichtbar, das weiß Elke Franke von der AOK des Kreises Böblingen. Eine 50-Kilometer-Strecke führt durch besonders schöne Kreisgegenden. Etwa 800 Radler haben sich im Jahr 2000 am AOK-Radsonntag beteiligt.

Wer sich einer Radl-Gruppe anschließen will, hat dazu in jedem Ort des Kreises die Möglichkeit. Zentraler Treffpunkt ist überall die Kreissparkasse. (Ab Höfingen 8.50 Uhr, ab Leonberg 9 Uhr, ab 9.15 Uhr in Eltingen.) Mit von der Partie am 17. Juni ist auch der VCD-Verkehrsclub Deutschland für den "MoA - Mobil ohne Auto'' schon lange zum Programm gehört. "50 Prozent des gesamten Autoverkehrs dient zur Freizeitgestaltung'', mahnt VCD-Kreisvorsitzender Herrman Wagner.

Aber der Spaß-Faktor soll am autofreien Sonntag ganz im Vordergrund stehen und deshalb wurde auch die zweite "Blade-Parade'' mit ins Programm aufgenommen. Die Inline-Skater treffen sich ab 13 Uhr auf der Böblinger Hulb (Realparkplatz), ehe es ins Maurener Tal geht, ist ein acht Kilometer langer Kurs vorbereitet. Die erste Blade-Parade im letzten Jahr hat 600 Inline-Skater auf die Beine gebracht, dieses Jahr werden es wohl noch mehr werden, hofft Jörg Litzenburger, Suchtbeauftragter des Landkreises und Mitorganisator des Inline-Treffens.

"Für uns war es ganz wichtig, alle die verschiedenen Aktivitäten rund um einen autofreien Sonntag zu bündeln und ein großes Event daraus zu machen'', sagt Landrat Maier. Sein Ziel: Aus dieser kreisweiten Bewegung soll eine Tradition werden.