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Mit dem Rad das malerische Glemstal erleben (LKZ 07.06.01)

LEONBERG - Am 17. Juni startet in der Stadt ein kreisübergreifendes Projekt, das es so noch nie gab: Der Glemsmühlenweg. Die 40 Kilometer lange Freizeitstrecke für Radler und Wanderer schlängelt sich durch zwei Landkreise an der Glems entlang, zeigt 19 historische Mühlen und lädt zu einem touristischen Abstecher in einzelne Strohgäu-Gemeinden ein.

Von Daniel Renkonen

Die idyllische Freizeittour startet am Glemseck bei Leonberg (Landkreis Böblingen) und endet bei der Bachmühle in Unterriexingen (Landkreis Ludwigsburg). Die ersten, die sich auf den Sattel schwingen werden, sind neun Bürgermeister mit Ludwigsburgs Landrat Dr. Rainer Haas an der Spitze. Denn der Glemsmühlenweg ist das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft "Grünes Strohgäu'': Hierzu haben sich die Städte Leonberg, Ditzingen, Gerlingen, Korntal-Münchingen, Hemmingen, Schwieberdingen, Markgröningen, Asperg, Möglingen und der Kreis Ludwigsburg zusammengeschlossen.

Der neuartige Rad- und Wanderweg verbindet Naherholungsgebiete mit touristischen Ausflügen. Zum Beispiel zu einer der 19 historischen Wassermühlen, die entlang der Glems stehen. Sie sind Zeitzeugen der mittelständischen Industrie. Große Informationstafeln bei den Mühlen informieren die Bürger über deren Geschichte und Funktion. Die Tafeln wurden von Schülern der baden-württembergischen Akademie für Kommunikation gestaltet.

Wer aus Richtung Leonberg los radelt, der kommt zunächst an der Lahrensmühle vorbei. Die altehrwürdige Mühle steht seit 1957 still. Sie ist die letzte verbliebene Getreidemühle in Eltingen. Nach einer umfangreichen Restauration soll sie jetzt vorwiegend für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Eine weitere Station des Glemsmühlenweges ist die Felsensägmühle gegenüber der inzwischen abgerissenen Kläranlage. Die Sägmühle war bis 1994 in Betrieb, derzeit existiert noch ein Sägebetrieb für Kleinmengen und Einzelstämme. Dicht an der Kreisgrenze verläuft die Fleischmühle, von der die Eröffnungstour in einer Woche losgeht. Sie arbeitet noch auf Hochtouren, dürfte somit also eine besondere Attraktion für Schulklassen oder Freizeitgruppen sein.

Die landschaftlichen Reize der Strecke sind groß. Immerhin gilt das Glemstal als eines der schönsten Gebiete in der Region Stuttgart. Die Glems hat ihren Ursprung im gleichnamigen Wald in der Landeshauptstadt Stuttgart. Von dort schlängelt sie sich durch Leonberg bis nach Unterriexingen, wo sie schließlich in der Enz bei Bietigheim- Bissingen mündet. Markante Merkmale des Glemstals sind die Kopfweiden entlang der Flussufer. Die wald- und wiesenartige Landschaft mit ihren steilen Felshängen gilt als abwechslungsreich. Ihre Naherholungsgebiete sind mit Rad- und Wanderwegen gut erschlossen. Ein Großteil des Glemstals besteht inzwischen aus Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmälern, in der viele seltene Tier- und Pflanzenarten vorkommen.

Das interkommunale Projekt ist inzwischen vom baden-württembergischen Umweltministerium als "beispielhafte Maßnahme'' gefördert worden. Zuschüsse fließen auch von der Wüstenrot-Stiftung. "Die Arbeit der Städte und Gemeinden trägt nun erste Früchte'', freut sich Ludwigsburgs Landrat Dr. Rainer Haas. Der Weg sei ein besonders "schönes Stück Natur'', dass der Landkreis Ludwigsburg zu bieten habe, wirbt Haas für die Route.

Der Streckenverlauf (siehe auch nebenstehender Infokasten) ist sowohl im Internet als auch auf einer speziellen Radwegkarte eingezeichnet. Die Karte ist in allen Rathäusern der beteiligten Anlieger-Kommunen erhältlich. Zum Projekt ist auch ein grünes Faltblatt namens "Glems Mühlen Weg'' erschienen. Die Stadt Leonberg informiert ausführlich über den Glemsmühlenweg unter ihrer offiziellen Homepage. Die Adresse lautet: "www.leonberg.de''.