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Gefährliches Flickwerk Stuttgarter Straße (LKZ 20.06.01)

LEONBERG - Die Stuttgarter Straße zählt zu einer der Haupteinfallsrouten und zugleich zu den marodesten Straßenstücken der Stadt. Bodenwellen machen Zweiradfahrern zu schaffen, erst im Jahr 2005 ist ein tief greifender Ausbau vorgesehen.

Von Michael Schmidt

Zum Glück fuhren die Rennradler bei der Deutschland Tour die Stuttgarter Straße hoch und nicht hinab. Sonst hätten sie womöglich Bekanntschaft gemacht mit tiefen Bodenwellen, die vor allem in Kurvenbereichen Zweiradfahrern mit und ohne Motor haarsträubende Momente bereiten. Gemeinderat Kurt Vestner, zugleich Straßenbaumeister, spricht von einem "Schandfleck'' für Leonberg. Aber auch der Begriff "Sorgenkind'' fällt dem streitbaren CDU-Mann ein, angesichts der jahrzehntelangen Bemühungen, der Stuttgarter Straße einen neuen Unterbau zu verpassen. Der fehlt nämlich gänzlich. Weil auch der Asphalt relativ dünn aufgetragen ist, drückt das Achsgewicht vor allem schwerer Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen auf den Belag. Im Kurvenbereich wird der Asphalt dann seitlich verschoben und verworfen.

Die Leonberger Stadtverwaltung sieht erst ab dem Jahr 2005 Mittel und Möglichkeiten, einen komplett neuen Unterbau für die Straße zu schaffen. 3,6 Millionen Mark sind in der mittelfristigen Finanzplanung dafür reserviert, bestätigt die Sprecherin der Stadt, Undine Binder-Farr. Auch im Tiefbauamt ist man mit dem ständigen Flickwerk, zuletzt vor der Deutschland Tour, nicht glücklich. Aber zu mehr fehlt das Geld. Zuletzt sei Mitte der achtziger Jahre der Versuch auf einen grundlegenden Ausbau unternommen worden. Damals verweigerten allerdings Anwohner den Verkauf von kleinen Grundstücken - die Straße sollte mit einem durchgehenden Rad- und Fußweg ausgestattet werden.

Dieses in Leonberg gerne verwendete Mittel um Straßenbau zu verhindern, kam als Bumerang für die Anwohner zurück: Denn die schlechte Straße sorgt für entsprechendes Gerumpel von Lastwagen, schlagende Gullydeckel verursachen außerdem Lärm entlang der Straße rund um den Engelberg. Sollte auf der Strecke ein Zweiradfahrer stürzen, dann hat allerdings die Stadt Leonberg den schwarzen Peter - sie kann für die Straße und ihren Zustand vor Gericht in die Pflicht genommen werden.