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Am autofreien Tag fahren alle mit dem Auto

LEONBERG - "In die Stadt ohne mein Auto'' heißt es jedes Jahr europaweit am 22. September. Die Stadt wollte erstmals an dem autofreien Tag teilnehmen und übertrug die Planung einem Agenda-Arbeitskreis. Dies hat sich mittlerweile zerschlagen.

Von Arnold Einholz

Nun unterbreitete Baubürgermeisterin Inge Horn dem Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr den Verwaltungsvorschlag: Die Verwaltung wird das Ergebnis des Wettbewerbs zur Neugestaltung der Römerstraße im Foyer des Neuen Rathauses präsentieren und sich eventuell an Aktionen der Region beteiligen, was nicht gerade viel ist.

Nicht viel hält allerdings Erster Bürgermeister Helmut Noë, seines Amtes auch CDU-Regionalrat, von den Aktionen der Region. Einige tausend Tassen mit einem Aufdruck zum autofreien Tag zu verteilen, sei nicht gerade das Gelbe vom Ei, bemängelte der Finanz- und Sozialbürgermeister.

Ursprünglich wollte die Stadt die Organisation des autofreien Tages unter Federführung der Geschäftsstelle Umweltschutz in die Hände der Arbeitskreise der Lokalen Agenda geben. Eine Arbeitsgruppe traf sich, um ein Konzept auszuarbeiten und Vorbereitungen zu treffen. Unterbreitet wurde der Vorschlag, die Eltinger Straße zwischen der Römerstraße und der Lindenstraße halbseitig zu sperren.

Dem wollte die Stadtverwaltung nicht zustimmen. Die Veranstaltungen finden an einem Samstag statt und da sei erfahrungsgemäß mit viel Verkehr zu rechnen. Eine Ersatzstrecke sei nicht vorhanden. Zudem sei die Straße eine Bedarfsumleitung für die Autobahn. Für die Teilnehmer auf der gesperrten halben Seite sei es zu gefährlich, argumentiert die Verwaltung.

Vor diesem Hintergrund habe der Agenda-Arbeitskreis gefrustet das Tuch geworfen, kritisierte GABL-Stadtrat Dr. Bernd Murschel, der den Antrag stellte, den Agenda-Vorschlag trotzdem in die Tat umzusetzen - im Gremium bekam er keine Mehrheit.

Den Argumenten der Verwaltung anschließen konnten sich zwar Dr. Elke Mangold (SPD), Adolf Jeutter und Hansjörk Schneck (beide CDU) sowie Dr. Dieter Maurmaier (FDP), aber alle bemängelten sie, dass nichts tun an diesem Tag das falsche Zeichen sei. Dr. Maurmaier schlug vor, im Vorgriff auf die vorgesehene Sperrung der Römerstraße nach dem Bau der Römergalerie, diese versuchsweise einen halben Tag zu sperren. Baubürgermeisterin Inge Horn lehnte dies aber ab, weil zahlreiche Voraussetzungen noch nicht geschaffen sind und die Sperrung zu erheblichen Beeinträchtigungen führen könnte.

Der Ausschuss konnte sich mit dem Vorschlag von Dr. Elke Mangold anfreunden, dass die Stadtverwaltung untersuchen soll, wie der öffentliche Personennahverkehr an diesem autofreien Tag mehr in den Vordergrund gerückt werden kann.