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"Agenda 21 gehört zur Vielfalt Leonbergs"
 
Viel Lob für die Ehrenamtlichen bei der Vollversammlung - Andrea Herden gibt Stellvertreter-Amt ab
 
Leonberg. Die lokale Agenda 21 hat Leonberg bereichert. Darin haben sich die Teilnehmer der Vollversammlung in der Steinturnhalle einig gezeigt. Als nächster Höhepunkt stehen die "Begegnungen" mit Belarus" am 12. Dezember an.

Von Daniel Renkonen

"Vom Zuckerhut zum Engelberg" lautet das Motto der Agenda 21. In ihr haben sich engagierte Bürger aus der Stadt zusammengeschlossen, die Leonberg mehr Lebensqualität einhauchen wollen. 14 Arbeitskreise von A wie Asyl bis W wie Waldkindergarten Wurzelkinder brüten laufend über neuen Ideen oder Aktionen.

Das hat Oberbürgermeister Bernhard Schuler am Dienstagabend zu einem dicken Lob an die Adresse der Ehrenamtlichen veranlasst. "Die Agenda gehört zur Vielfalt Leonbergs." Damit das so bleibt, wünscht Schuler den Bürgern einen langen Atem: "Lassen sie sich durch Nackenschläge nicht entmutigen."

Nicht alle Vorschläge aus der Agenda sind im Gemeinderat bislang auf Wohlwollen gestoßen. Die Gestaltung der alten Autobahntrasse ist über einen reinen Ideenwettbewerb bislang nicht herausgekommen. Die Stadt hat die Trasse inzwischen gekauft. Nach dem Willen der Agenda-Gruppe "Gestaltung der alten Autobahntrasse" soll in dem Kleinod ein Bürgerpark mit Alleebäumen entstehen. Ein anderer offener Punkt betrifft die Mitsprache der Agenda-Vertreter bei Gemeinderatssitzungen. So könnten die Ehrenamtlichen zu bestimmten Fragen während der Sitzungen als "sachkundige Bürger" gehört werden. "Nur, die Sache ist noch nicht ganz ausgegoren", räumte Agenda-Sprecherin Dr. Hildrun Schlicke ein.

Schlicke musste sich am Dienstagabend fast alleine durch die lange Tagesordnung ackern. Denn ihre Stellvertreterin Andrea Herden kann ihr Ehrenamt aus beruflichen Gründen nicht mehr weiterführen. Schlicke erfuhr erst vor wenigen Tagen nach einem Telefonat von der Entscheidung, "was ich erst einmal verdauen musste". Damit steht die Agenda vorerst ohne Stellvertreterin da. Das bedauerte auch der Oberbürgermeister: "Frau Herden hat einen tollen Umgang gepflegt und sich nicht unterkriegen lassen." Ihr letzter Auftritt im Gemeinderat habe ihm imponiert.

Schlicke streifte bei ihrem Jahresrückblick die Arbeit aller 14 Arbeitskreise. Zu den herausragenden Ereignissen gehörte das Eine-Welt-Fest auf dem Leonberger Marktplatz. Mit einem Teil des Erlöses konnte peruanischen Kleinbauern in Espinar gezielt geholfen werden. Zu den nachhaltigen Projekten gehört auch der Landschaftspfad Glems. Die Gruppe "Kulturlandschaft" hat den Pfad im Glemstal gestaltet. Er beginnt unterhalb des Schlosses an der Clausenmühle. Acht Tafeln weisen die Bürger auf geologisch und botanische Besonderheiten hin. Der Pfad wird durch Skulpturen des Höfinger Künstlers Walter Hörnstein bereichert.

Derweil wirft das nächste Agenda-Projekt schon seine Schatten voraus: Am Dienstag, 12. Dezember, sind die "Begegnungen mit Belarus" anberaumt. Der Abend, sinnigerweise im Haus der Begegnung, beginnt mit der Ausstellung: Ein Land - zwei Welten. Die Studentin Maria Davydchyk zeigt Fotoimpressionen. Nach einem Konzert mit dem internationalen Folklore-Ensemble Gramnitzy endet der Abend mit einem weiteren Höhepunkt. Dr. Irina Gruschewaja sucht das Gespräch mit Leonberger Bürgern. Sie ist Mitbegründerin der weißrussischen Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl". Wegen ihrer Verdienste wurde sie 2005 mit anderen Frauen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.