ZURÜCK

 

100 Aufgaben

Amerika lässt grüßen. Präsident George W. Bush feierte kürzlich seinen 100. Tag im Amt, und gestern taten es ihm auch Leonbergs Erster Bürgermeister Helmut J. Noë und die neue Baubürgermeisterin Inge Horn gleich. In einer Pressekonferenz zogen sie flankiert von Oberbürgermeister Bernhard Schuler Bilanz, was mit dem Amtsantritt der beiden am 5. Februar auf das "gute Trio'' zugekommen ist.

Besonders die Baubürgermeisterin hat in den kommenden acht Jahren ihrer Amtsperiode einiges zu bewältigen. Mit einer großen Aufgabe wurde sie schon am Tag vor ihrem Amtsantritt konfrontiert - die Umgestaltung der neuen Stadtmitte. Was hier vor 30 Jahren als modern galt, hat längst seinen Charme verloren und ist zur Belastung geworden. Dieses Vorhaben hat die Fachfrau nicht ohne Grund unter das Motto "Mehr Stadtqualität und eine identitätsstiftende Stadtmitte'' gestellt, denn hier liegt so einiges im Argen.

Angesichts der Fülle an ungelösten Aufgaben, die auf die neue Baubürgermeisterin zukommen, kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass in Leonberg städtebaulich die Räder lange still gestanden haben. Lang ist die Liste der Hausaufgaben: Das Höfinger Kurfiß-Gelände liegt brach, und damit fehlt Leonbergs größtem Ortsteil eine Ortsmitte, die Bebauung des Geländes östlich der Grabenstraße lässt auf sich warten, und nicht zuletzt muss ein Radverkehrskonzept für die Gesamtstadt entwickelt werden. Einen Stadt- und Parkleitsystem soll das Dezernat von Inge Horn erarbeiten sowie den Einstieg in einen Stadtentwicklungsprozess einleiten. Nicht zuletzt leitet die Baubürgermeisterin die Projektgruppe "Lebensraum Altstadt''.

Die Liste der Aufgaben ließe sich fortsetzen. Es drängt sich die Frage auf, ob der Gemeinderat gut beraten war, als er das Amt des vierten Bürgermeisters eingespart hat.