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Zum Artikel "Verstopfte Stadt" von Daniel Renkonen

  am 14.11.01 Herr Renkonen schreibt: "Die Arbeitsgruppe Radverkehr muss schnell in die Gänge kommen, um dem Gemeinderat gute Vorschläge zu unterbreiten." Wir von der RadL-Gruppe (Radel aktiv durch Leonberg) fühlen uns dadurch natürlich direkt angesprochen. Er hat recht, dass hier in Leonberg dringender Handlungsbedarf vorhanden ist, denn von einer fahrradgerechten Stadt kann nicht gesprochen werden. Dazu sind die bestehenden Radverkehrsanlagen nicht aussreichend, weder in Ausführung, Durchgängigkeit, Sicherheit und Anzahl. Ähnliches gilt für die Radabstellanlagen. Von einem alltagstauglichen Radwegenetz kann deshalb keine Rede sein. Um die Situation für Fahrradfahrer positiv zu verändern hat sich 1996 RadL gegründet und später in der Lokalen Agenda 21 der Stadt Leonberg engagiert. Seit 1997 haben wir immer wieder konkrete Verbesserungsvorschläge für Fahrradangelegenheiten bei der Stadtverwaltung abgegeben. Leider ist bisher in dieser Beziehung nicht viel geschehen. Ausnahme sind kleinere Veränderungen wie Bordsteinabschrägungen oder Beschilderungen. Auch bei der Bürgerbeteiligung zum General-Verkehrsentwicklungsplan hat sich RadL eingebracht und in der Gruppe "Radwegenetz" zahlreiche gute Vorschläge ausgearbeitet sowie später immer die Umsetzung dieser Vorschläge eingefordert. Die Stadt gab nun im Sommer diesen Jahres den Auftrag an eine schweizer Firma das bestehende "Konzept" fortzuschreiben! Außerdem wurden Mitglieder der RadL-Gruppe, der Bürgerbeteiligung „Radwegenetz“, des Vereins Sicherer Schulweg u.a. zu einem Gespräch eingeladen in dem die weitere Vorgehensweise beschlossen wurde. In dieser "Arbeitsgruppe Radverkehr" werden nun die Vorschläge zur Fortschreibung des Leonberger Radwegeplans diskutiert werden, um später dem Gemeinderat ein schlüssiges Konzept vorlegen zu können. Diese Vorschläge liegen der "Arbeitsgruppe Radverkehr" leider noch nicht vor. Wir von der RadL-Gruppe hoffen jedoch, daß mit diesen Vorschlägen ein langfristiges Konzept entsteht in dem jährliche Realisierungsschritte für ein alltagstaugliches Radwegenetz festgeschrieben sind. Das Fahrrad hat auch in Leonberg durchaus das Potential die Verkehrssituation in der Kernstadt deutlich zu entlasten, vor allem wenn man z.B. bedenkt, daß im flachen Teil von Leonberg ca. 20000 Menschen leben. Allerdings gilt auch hier der etwas abgewandelte Spruch: „Wer Radwege sät, wird Radverkehr ernten“. Über das „Säen“ entscheidet letztendlich der Gemeinderat, meistens nach den Vorgaben der Verwaltung. Und gerade in der Verwaltung sollte man sich endlich darüber klar werden, daß für Fahrradangelegenheiten zukünftig mehr getan werden muß und zwar nach einem ganzheitlichen Konzept. Packen wir’s an !! RadL-Sprecher Stefan Güth, Wengertgasse 15, 71229 Leonberg am 15.11.01
Stefan Güth, Wengertgasse 15 , Donnerstag, 15 November 2001

 

Verstopfte Stadt (Daniel Renkonen)

Die Stadt Leonberg und ihr Autoverkehr. Das ist eine endlose Geschichte - mit ungewissem Ausgang. Verkehrsplaner zerbrechen sich die Köpfe, Arbeitskreise tagen und Bürgerinitiativen bringen sich ein. Es gibt ein Gesamtkonzept, das Fußgänger, Radler und motorisierten Verkehr integriert - den Verkehrsentwicklungsplan. Dennoch: Der Autoverkehr steigt weiter an. Jetzt auch in den Wohngebieten, wo die quälende Parkplatzsuche für viele Fahrzeughalter meistens ein Ende hat - zum Ärger der Anwohner und des Ordnungsamtes.

Die neueste Mängelliste des Vereins Sicherer Schulweg ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie unsicher sich viele Leonberger in ihrer eigenen Stadt fühlen. Man kann zur Kritik des Vereins stehen, wie man will: Er offenbart Schwachstellen im städtischen Verkehr. Er zeigt aber auch, dass sich einige Verkehrsteilnehmer rücksichtslos verhalten. Wer in der Nähe von Schulen oder Kindergärten aufs Gaspedal drückt, sollte eigentlich gleich seinen Führerschein abliefern. Doch wer will die totale Verkehrskontrolle, wer kann sie bezahlen?

Besonders Schüler und alte Menschen sind auf ein funktionierendes sicheres Geh- und Radwegenetz angewiesen. Dies fehlt immer noch in der Stadt. Es gibt einfach zu viele Lücken, wie am Neuköllner Platz, wo die Radfahrer notgedrungen auf Gehwegen fahren müssen. Die Arbeitsgruppe Radverkehr muss schnell in die Gänge kommen, um dem Gemeinderat gute Vorschläge zu unterbreiten. Ideen lagen bereits bei der Bürgerbeteiligung zum Verkehrsplan vor. Nur müssen sie endlich umgesetzt werden - dies entscheidet der Gemeinderat.

Im Rathaus hat man die Probleme erkannt. Das zeigt die Absicht, die Römerstraße so umzugestalten, dass dem unwirtlichen Stadtkern wieder Leben eingehaucht wird. Dies wäre auch im Sinne der vielen Fußgänger und Fahrradfahrer.