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Stellungnahme zum Entwurf des Flächennutzungsplans der Stadt Leonberg

Allgemeines 

Wir treten für eine nachhaltige Entwicklung Leonbergs ein. Das bedeutet, dass wir auf eine nachhaltige, d.h. dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zielen, und zwar nicht auf Kosten anderer und zukünftiger Generationen.

In unserer Satzung ist in §1 Absatz 3 festgelegt: Die LOKALE AGENDA 21  bringt das Prinzip einer nachhaltigen Entwicklung in Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse der Stadt ein. 

In den letzten zwei Jahren wurden von Vertretern der LOKALEN AGENDA 21 Leonberg Stellungnahmen zur Flächennutzungsplanung, zum Demographischen Wandel und zur Siedlungsentwicklung abgegeben, wir möchten auf diese Schreiben verweisen. Wie auch Regionaldirektor Bernd Steinacher betonte, müssten die Nachhaltigkeit und nicht mehr das reine Wachstum im Vordergrund stehen, wenn neue Flächen bebaut werden.

Die bei der 2003 mit einer großen Bürgerbeteiligung entwickelten Stadtentwicklungsplanung (STEP 2020) von den Bürgern geforderte Innenentwicklung vor Außenentwicklung muss der Maßstab für alle Entwicklungen der Stadt sein. 

Landschaft 

Leonberg hat im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden der Region ein reichhaltiges und schützenswertes landschaftliches Umfeld. Dieses wird auf Grund seines hohen Erholungswertes in Zukunft eine große Rolle für die Attraktivität der Stadt spielen und erhielt daher im Stadtentwicklungsplan einen höheren Stellenwert als bisher. Daher sollte dessen Erhalt und Weiterentwicklung eine wichtige Rolle im FNP spielen.

Eine Arrondierung sollte maßvoll geschehen und zu keinen weiteren größeren Versiegelungsflächen führen. Von der Arrondierung ausgenommen sein sollten:

-          Flächen in Landschaftsschutzgebieten

-          Flächen in unmittelbarer Nähe zu Naturdenkmälern wie dem Schopflochberg

-          Flächen wie die Kirschgärten in unmittelbarer Nähe zu Landschaftsschutzgebieten 

Bebauung 

Der Flächenbedarf für die Wohnbebauung wird stark angezweifelt aufgrund der veränderten wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung.

Wir sind der Meinung, dass innenstadtnahe, altersgerechte Wohnungen, auch in Mehrgenerationenhäusern, viel zur künftigen Attraktivität der Stadt beitragen können. Da neues Bauen in der Stadt vollständig im Innenbereich realisiert werden kann (STEP: Innen vor Außen), ist eine Ausweisung neuer Flächen im Außenbereich nicht nötig. 

Verkehr 

Wir lehnen eine Tunnellösung „westlicher Altstadttunnel“  mit einem Tunnelausgang in das Glemstal ab. Die Wohngebiete Gartenstadt, Halden, Altstadt, Mühl- und Bahnhofstraße würden unzumutbar durch Lärm und Schadstoffe belastet, sie würden wie auch das Naherholungsgebiet Glemstal entwertet. 

Umwelt 

Im vorgelegten Entwurf zum Flächennutzungsplan fehlt der Umweltbericht, damit ein wichtiger Bestandteil der Planungen.

Nach dem neuen Baugesetzbuch ist eine strategische Umweltprüfung vorgesehen, die in Leonberg zwingend geboten ist. 

Schlussfolgerung 

Der jetzt vorgelegte Entwurf des Flächennutzungsplanes Leonberg 2020 zeigt in einigen Teilen das Bemühen um Nachhaltigkeit, mit vielem können wir von der LOKALEN AGENDA 21 jedoch nicht einverstanden sein. Wir bitten um nochmaliges Überarbeiten des Entwurfs nach dem neuen Baugesetzbuch unter stärkerer Berücksichtigung der ökologischen Kriterien. 

Leonberg, den 16. Februar 2006 

Sprecherinnen der LOKALEN AGENDA 21 Leonberg:

Dr. Hildrun Schlicke, Andrea Herden 

Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen der LOKALEN AGENDA  21 Leonberg