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Frust bei der Lokalen Agenda (aus der LKZ vom 31.03.06)

"Wahrnehmungsprobleme"

Leonberg. Die Vertreterinnen der Lokalen Agenda sehen den Draht zur Stadtverwaltung und dem Gemeinderat empfindlich gestört. Frust macht sich breit, weil die Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan abgelehnt worden sind und es für die Bürger keine Rückmeldung gab.

Von Michael Schmidt

In einer dreistündigen Sitzung hat der Planungsausschuss Mitte März mehr als 65 Einwendungen gegen den Zukunftsplan der Stadt abgewogen. Darunter auch die der Lokalen Agenda, die aber abgewiesen wurde. Mehr noch als diese Tatsache sorgt aber auch das Verfahren für Frust bei der Sprecherin der Lokalen Agenda, Dr. Heidrun Schlicke. Die Vertreterin der Ehrenamtsinitiative ärgert sich, dass sie gar keine Nachricht erhalten hat, was mit ihrer Stellungnahme passiert ist. "Ist das eine Leonberger Spezialität, dass man als Lokale Agenda nicht wahrgenommen wird?", fragt sich die Ärztin, die lange in der Elternarbeit an den Schulen engagiert war und dem "Verein Sicherer Schulweg" vorsteht.

Die Lokale Agenda, deren verschiedene Initiativen vom Bau eines Ackerlehrpfades bis hin zu Begegnung mit Bürgern aus Weißrussland reichen, setzt vor allem auf das Prinzip der Nachhaltigkeit und hatte zu diesem Thema ihre Argumente gewählt. Abzulehnen sei der Flächenverbrauch bei den Kirschgärten, bei der Wohnbebauung im Ezach an den Schopflochberg heran sowie bei einem Straßentunnel unter der Altstadt, der ins Glemstal mündet. Vor allem die fehlende "strategische Umweltprüfung", die laut Baugesetzbuch im nächsten Jahr schon vorgeschrieben wäre, fehlt der Lokalen Agenda. Zwar zeige der Flächennutzungsplan in einigen Teilen das Bemühen um Nachhaltigkeit, "mit vielem können wir von der Lokalen Agenda 21 nicht einverstanden sein. Wir bitten um nochmaliges Überarbeiten des Entwurfs nach dem neuen Baugesetzbuch". Dass nun ihre Arbeit als Ehrenamtliche, das Verfassen einer Stellungnahme, die Suche nach Argumenten ergebnislos verpufft ist, ärgert Heidrun Schlicke am meisten: "So kann der Dialog mit dem Bürger nicht stattfinden."