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"Die lokale Agenda muss wahrgenommen werden"
 
Die Agenda-Sprecherin Hildrun Schlicke will mit Veranstaltungswochen die Initiativen in der Stadt besser bekannt machen
 
Leonberg. Zum ersten Mal wenden sich die verschiedenen Gruppen der lokalen Agenda mit einer Veranstaltungsreihe an die Bürger der Stadt. Ihre Arbeit solle stärker in das Bewusstsein der Leonberger dringen, sagt die Sprecherin der Agenda-Vollversammlung Hildrun Schlicke im Gespräch mit Michael Schmidt.

Über zwei Wochen werden verschiedene Gruppen, die unter dem Dach der lokalen Agenda arbeiten, ihre Initiativen vorstellen. Wieso solch ein Konzept?

Wir haben festgestellt, das wir nicht genug bekannt sind in Leonberg bei den Bürgern der Stadt. Wir wollen mit unserer ganz praktischen Arbeit werben und zeigen, wer wir sind. Bislang waren wir so ein bisschen ein Anhängsel der Kinder- und Jugendtage. Auf ein paar Stellwänden allein kann man aber die vielfältige Arbeit unserer Gruppen schlecht darstellen.

Auch der Gemeinderat scheint Sie nicht immer so wahrzunehmen, wie es aus Ihrer Sicht wünschenswert wäre. Bisher durfte noch kein einziger Agendavertreter im Gemeinderat reden, obwohl dies rechtlich möglich gewesen wäre ...

Die Agenda ist nicht ein Verein, sondern diese Bewegung ist ein Teil der Stadt. Der Gemeinderat wollte die lokale Agenda. Das Rederecht im Gemeinderat scheint mir in der Tat ein Grundproblem zu sein. Deshalb wollen wir versuchen, mit diesen Wochen die Bevölkerung hinter uns zu bringen.

Auch die zum Gemeinderat gewählte Bevölkerung?

Je mehr Bürger sich mit der Agenda identifizieren, desto mehr sind wir "Volkes Stimme". Aber dazu brauchen wir einen langen Atem.

Und diesen langen Atem haben Sie? Nachdem die Anregungen der lokalen Agenda zum Flächennutzungsplan vom Planungsausschuss abgebügelt worden waren, schienen Sie eher frustriert-kurzatmig?

Ich bin ein notorischer Optimist. Unsere Ziele sind wichtig und richtig.

Wo genau in den "Mühen der Ebene" befindet sich denn die Agenda jetzt?

Wir bewegen uns eher im Leonberger Hügelland. Es ist ein gewisses Auf und Ab. Aber schauen Sie sich beispielsweise den Energiekreis an: Die machen unglaublich viel und sind sehr erfolgreich. Der Arbeitskreis kostet die Stadt nichts, sie kann sich sogar mit Dingen wie einer herstellerunabhängigen Energieberatung schmücken. Dies ist ein Beispiel für viele unserer Gruppen: zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu machen.

Was könnte dann als Ziel hinter den Agendatagen stehen?

Wir bieten viele kleine Bausteine an, so wie wir in der Agenda viele kleine Schritte gehen, um ein Ziel zu erreichen. Allerdings sollten wir bei alldem realistisch bleiben.

Das heißt?

Wir erwarten nicht, von der Bevölkerung mit offenen Armen empfangen zu werden. Aber wir wollen auch nicht belächelt werden, sondern wahrgenommen werden - vor allem bei der Leonberger Stadtverwaltung und beim Gemeinderat.

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